Tulou-Lehmrundbauten in der Provinz Fujian

Seit 2008 als UNESCO-Weltkulturerbe 

Die Provinz Fujian liegt im Südosten Chinas. Hier – vor allem in der Stadt Yongding - findet man die Tulou-Lehmrundbauten, die traditionell von der Bevölkerungsgruppe der Hakka gebaut wurden.

"Tulou" ist die Bezeichnung für eine spezielle Hausform. Tulous sind kreisrund und verfügen über bis zu 3m dicke Außenmauern aus Lehm. Die Häuser, die aus 3 bis 5 Stockwerken bestehen, können bis zu 800 Personen beherbergen. Früher wurden sie auch als Verteidigungsbauwerke errichtet. Aus diesem Grund haben sie nur einen Eingang und nur wenige Fenster. Die Räume sind alle um den Innenhof herum gebaut. Von außen sehen sie eher schlicht aus, von innen jedoch bezaubern sie durch ihre reichliche Dekoration.

Die Tulous werden auf einem Fundament errichtet, das aus einer Mischung aus Stein, Schlamm und Kiefer-Holz besteht. Da das Kieferholz sehr harzhaltig ist, verrottet das Fundament nicht. Auf dem Fundament werden mehrere Schichten einer Mischung aus Schlamm, kleinen Steinen, Ton und Baumästen aufgebracht. Manchmal wird auch Syrup von braunem Zucker oder Klebreis hinzugefügt.

Die Tulous wurden vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart gebaut. Das kleinste Tulou hat einen Durchmesser von 17m, das größte einen Durchmesser von 90m. Die aufwändigsten Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Tulous wurden und werden in der Regel an Berghängen in der Nähe von Flüssen gebaut.

In den Tulous leben mehrere Generationen einer großen Sippe zusammen. Heutzutage jobben viele junge Leute in den Großstädten und kommen nur noch zu Familienfesten in die Tulous zurück. Daher sind die Tulous heute vorwiegend von älteren Menschen und Kindern bewohnt.

Die UNESCO setzte diese einzigartigen Lehmbauten im Jahr 2008 auf die Liste der Weltkulturerben.