Longmen-Grotten

Seit 2000 als UNESCO-Weltkulturerbe 

Als die Toba ihre Residenz im Jahr 494 aus Datong nach Luoyang verlegten, setzten sie am "Drachentor" (Longmen), wo der Fluß Yihe in das Tal Luohe einfließt, die bei Datong begonnene Sitte des Grottentempelbaus fort. Vom 5. Jahrhundert bis in die Tang- und Song-Zeit (618-907 bzw. 960-1279) haben Künstler am westlichen Steilufer des Flußes in rund 1350 Grotten und 750 Nischen ein gewaltiges buddhistisches Heiligtum geschaffen. Als Stifter traten Mönche, Nonnen und Beamte aus. Die größten und eindrucksvollsten Arbeiten finanzierte der Kaiserhof. Im 20. Jahrhundert richteten Kunstdiebe große Schäden an, was anhand der leeren Nischen und geköpften Figuren für den Betrachter deutlich wird. Dieses Diebesgut steht heute zum Teil in Museen in Europa, Japan und Amerika.

Die verschiedenen Grotten sollen folgend näher erläutert werden:

  1. Grotte der Sonnenbegrüßung (pingyang dong):
    Sie ist dreiteilig und soll die schönsten Überreste der künstlerisch wertvollsten Skulpturen & Wandmalereien aus dem 5./6. Jahrhundert haben. Im der mittleren Höhle thronen 11 große Buddhas aus der Wei-Zeit, die umgeben von Bodhisattvas und eindrucksvollen Reliefszenen sind.
  2. Lotusblumengrotte (lianhua dong)
    Sie ist Guanyin geweiht und zeigt eine riesige Lotusblume, das Symbol für Reinheit und Erhabenheit.
  3. Guyangdong ( auch "Laozi-Höhle" genannt)
    Sie wird als die kostbarste Höhle dargestellt, da hier die meisten wei-zeitlichen Kalligraphien erhalten sind.
  4. Tempel der Grotten (shiku si)
    Hier sollen die stilvollsten Anbetungsszenen zu sehen sein.
  5. Höhle der Apotheke (yaofang dong)
    Hier belegen rund 120 Rezepte die medizinischen Kenntnisse des 6. Jahrhundert.
  6. Tempel der Ehre des Herren (fengxian si)
    Sie stellt den Höhepunkt der Longmen-Grotten dar. In der unglaublich großen Reliefanlage aus der Tang-Zeit lächelt in der Mitte der 18m hohe Große Buddha. An seiner Seite gesellen sich seine Lieblingsschüler Ananda und Kasyapa, sowie zwei gekrönte Bodhisattva und die Himmelswächter und Glaubensverteidiger.

Wegen der besseren Lichtverhältnisse sollte man sich die Longmen-Grotten vormittags ansehen. Die UNESCO setzte die Longmen-Grotten im Jahr 2000 auf die Liste der Weltkulturerben.