Diaolou-Türme und Dörfer in Kaiping

Seit 2007 als UNESCO-Weltkulturerbe 

Die Stadt Kaiping liegt ca. 100km südwestlich der Stadt Guangzhou in der südchinesischen Provinz Guangdong. Sie ist vornehmlich eine Industriestadt, jedoch auch ein touristischer Anziehungspunkt.

Die Diaolou-Türme sind sehr bekannt innerhalb Chinas und architektonisch einzigartig. Die ineinander verschachtelten und verspielten Erker und Balkone der Diaolou-Türme sind eine Hinterlassenschaft aus dem 19. Jahrhundert. Sie stellen eine Kombination aus westlicher und chinesischer Architektur dar. Viele Chinesen hatten damals ihre Heimat verlassen, um im Ausland Geld für den späteren Häuserbau in Kaiping zu verdienen. Daher brachten sie verschiedene Stilelemente aus den Gastländern mit. So findet man in den 1833 heute noch vorhandenen Diaolous Barock- und Jugendstilelemente, aber auch Themen aus dem arabischen Raum.

Diaolou-Türme sind befestigte, meist fünfstöckige Häuser, die in den ländlichen Regionen sowohl als Wohnhäuser als auch als Verteidigungsanlagen und Wehrtürme genutzt wurden. Der älteste errichtete Diaolou stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde als Reaktion auf die Kriegswirren rund um den Taiping-Aufstand errichtet. Später, im Chinesisch-Japanischen Krieg, schützten die Bauten die Menschen auch vor Angriffen durch die japanische Armee, wie Einschüsse in die Mauern mancher Diaolou belegen.

Die UNESCO setzt die Diaolou-Türme im Jahr 2007 auf die Liste der Weltkulturerben.